TUM MEC
TUM School of Medicine and Health
Technical University of Munich
Klinische Lehre

Der zentrale Teil des Studiums der Humanmedizin ist das Lehren und Lernen in der klinischen Praxis - in genau dem Umfeld, in welchem die Studierenden später auch arbeiten werden. Durch den unmittelbaren Kontakt mit Patientinnen und Patienten, klinisch erfahrenden Ärztinnen und Ärzten und Pflegepersonal sowie der Einbindung in die Stationsarbeit und das interdisziplinäre Team werden die Studierenden auf ihre zukünftige Arbeit bestens vorbereitet.

Aufgabe des Teams „Curriculums- und Fakultätsentwicklung“ hierbei ist es, in enger Zusammenarbeit mit der Curriculums- und Studienkommission diesen Teil des Studiums bestmöglich zu strukturieren, die Inhalte in Zusammenarbeit mit den Ärztinnen und Ärzten der jeweiligen Fachdisziplinen stetig weiter zu entwickeln und die Dozierenden zu schulen. 

Aktuelle Projekte
Implizite Vorurteile in der Medizin

Förderung: Stiftung Innovation in der Hochschullehre, FR-357/2023
Laufzeit: 2024 - 2026
Ansprechpartnerinnen: L. Sturm, L. Borgstedt und S. Apondo
 

Beschreibung:

Wissenschaftliche Befunde zeigen, dass implizite Vorurteile gegenüber Patienten und Patientinnen, u.a. in Form von Stereotypen und Diskriminierungen (bspw. in Bezug auf Geschlecht, Herkunft, sozioökonomischer Status und Gewicht) die Qualität der medizinischen Behandlung negativ beeinflussen können – bis hin zu fehlerhaften Diagnosen oder mangelhaften Therapien. Ärzte und Ärztinnen sehen sich ebenfalls Diskriminierungen von Patienten und Patientinnen und Kollegen und Kolleginnen ausgesetzt, die die Arbeitszufriedenheit negativ beeinflussen können. Die Umsetzung des innovativen Projektes erfolgt durch eine Weiterentwicklung des Curriculums in simulationsbasierten Trainings, um implizite Vorurteile wiederholt sichtbar zu machen und Formen und Ursachen zu thematisieren. Die Wirksamkeit der Maßnahmen wird fortlaufend evaluiert. Hierdurch soll ein Bewusstsein für die Existenz und die gravierenden Auswirkungen impliziter Vorurteile im medizinischen Bereich geschaffen werden.  Ziel des Projektes ist es, den Studierenden im Rahmen eines longitudinalen Curriculums im klinischen Abschnitt eigene implizite Vorurteile bewusst zu machen und Verhaltensweisen zu fördern, um auf diskriminierendes Verhalten von Kollegen und Kolleginnen und Patienten und Patientinnen adäquat reagieren zu können.

Abgeschlossene Projekte
Anvertraubare Professionelle Tätigkeiten (APT)

Projektleitung: Prof. Dr. M. Wijnen-Meijer 
Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner: Dr. med. V. Kantenwein, Dr. med. Ch. Holzmann-Littig
Weitere Kooperationspartner: Task Force APT Klinische Lehre 

Beschreibung:

Um die Studierenden der TUM im letzten Studienjahr, dem sogenannten Praktischen Jahr, bestmöglich auf ihre späteren Aufgaben als Assistenzärzten/innen vorzubereiten, wurden in diesem Projekt die sogenannten „Anvertraubaren Professionellen Tätigkeiten“ (APT) zunächst in den Pflichtfächern Chirurgie und Innere Medizin sowie im Wahlfach Allgemeinmedizin und mittlerweile in fast allen Abteilungen im Klinikum rechts der Isar sowie in vielen Lahrkrankenhäusern eingeführt. APT beschreiben authentische, hoch-relevante, in sich abgeschlossene Aufgaben und Tätigkeiten, die für den Arztberuf charakteristisch sind. Optimalerweise werden die Studierenden im Rahmen einer 1:1-Betreuung von den betreuenden Ärzten/innen in ihren Tätigkeiten angeleitet und bewertet. Anhand von definierten Supervisionsstufen wird festgelegt, in welchem Grad der Selbstständigkeit ein/e Studierende/r eine APT aktuell und in Zukunft durchführen darf.

Ein essentieller Teil der APT ist die kontinuierliche Supervision und Bewertung durch die betreuenden Ärzte/innen. Feedbackgespräche sollen strukturiert und regelmäßig zu Beginn, während und am Ende des jeweiligen PJ-Tertials stattfinden und die Betreuer sollen konstruktives Feedback zur persönlichen Entwicklung (Stärken, Verbesserungspotential, Ausblick) erteilen.

Im Rahmen des Projekts wurden zunächst die bestehenden Logbücher  überarbeitet und an das neue Format der APT angepasst. Aktuell erfolgt die Überarbeitung der fehlenden Logbücher, damit die Methode bald in allen Abteilungen im Klinikum rechts der Isar und den Lehrkrankenhäusern umgesetzt werden kann. Außerdem werden regelmäßig Schulungen für Studierende und Dozierende sowie ein Monitoring der Methode, einschließlich regelmäßiger Evaluation, durchgeführt. Die erhobenen Daten sollen zeitnah publiziert werden.

Case-based Medical Professional Reasoning (CBMPR)

Projektleitung: Prof. Dr. M. Wijnen-Meijer 
Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner: Dr. med. Ch. Holzmann-Littig

Beschreibung

Eine mittlerweile bewährte Methode in der medizinischen Ausbildung ist das sogenannte Case-based Clinical Reasoning (CBCR). Das bedeutet, dass die Studierenden anhand von Patientenfällen lernen, die Schritte des Argumentationsprozesses zu durchlaufen und zu einer Diagnose zu kommen. Oft erhalten die Studierenden zu Beginn nur begrenzte Informationen über den Patienten, die später durch die Antworten des Patienten, die Ergebnisse der körperlichen Untersuchung und andere diagnostische Informationen ergänzt werden. Die Tatsache, dass die Studierenden diese Art von Fällen regelmäßig in ihrer Ausbildung besprechen, hilft ihnen dabei, in der klinischen Praxis schnellere und bessere Diagnosen zu stellen.

Aber in der Berufspraxis von Ärzten sind nicht nur klinische Faktoren relevant. Auch Aspekte wie Ethik, Führung, Medizinrecht und Patientensicherheit müssen beim Umgang mit und der Beratung von Patienten berücksichtigt werden. In diesem Projekt wollen wir daher Case-based Medical Professional Reasoning (CBMPR) entwickeln und umsetzen.

Curriculum Mapping (NKLM)

Projektleitung: Prof. Dr. M. Wijnen-Meijer 
Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner: Dr. med. Ch. Holzmann-Littig, L. Corazza

Beschreibung:

Die Lehre in der Medizin ist im stetigen Wandel. Ansprüche wie Aktualität der Lehrinhalte und neue Lehrformate müssen in einem zeitgemäßen Curriculum Beachtung finden. Daher beschäftigt sich das TUM MEC mit dem Mapping des Curriculums von Medizinstudierenden. Das Mapping erfasst Daten zu den Lehrinhalten und –zielen sowie den jeweiligen Kompetenztiefen, in denen die Lehrinhalte vermittelt werden. Zusätzlich berücksichtigt es die Messinstrumente, die die Lernerfolge überprüfen. Das Outcome des Mappings sind zum einen die  Zusammenhänge und Verbindungen zwischen den Lehrinhalten in den unterschiedlichen Ausbildungsabschnitten ersichtlich zu machen, zum anderen lassen sich Redundanzen innerhalb des Curriculums feststellen. Der Vorgang ermöglicht eine effizientere Lehrplanentwicklung, indem Redundanzen reduziert werden, um Platz für neue Lehrinhalte zu schaffen. Ein weiterer Vorteil ist, dass aufgrund von datengestützten Entscheidungen eine effektivere Lehre an der TUM stattfinden kann.

Beste Landpartie Allgemeinmedizin (BeLA)

Projektleitung: Prof. Dr. P. Berberat,Prof. Dr. M. Wijnen-Meijer und Prof. Dr. A. Schneider
Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner: Prof. Dr. M. Wijnen-Meijer
Weitere Kooperationspartner: Allgemeinmedizin der TU München

Förderung: Ein vom bayrisches Gesundheitsministerium gefördertes Ausbildungsprojekt des Instituts für Allgemeinmedizin der Technischen Universität München in Kooperation mit den Kliniken und Hausärzten der Ausbildungsregionen Dillingen a.d. Donau, Eichstätt/Kösching und Mühldorf/ am Inn.
 

Beschreibung:
Im ländlichen Raum gibt es ein Mangel an Allgemeinmedizinern. Dieses Problem wird sich in den kommenden Jahren noch weiter vergrößern, weil derzeit jeder dritte Hausarzt in Bayern schon über 60 Jahre alt ist. Studien aus anderen Ländern mit dem gleichen Problem zeigen, dass es wichtig ist, die Studierenden von Beginn ihres Studiums an für die Arbeit in einem ländlichen Raum zu interessieren und zu unterstützen. Um dies zu erreichen, wurde das „Beste Landpartie Allgemeinmedizin“ (BeLA)-Programm entwickelt. Dieses Projekt wird vom Bayerischen Gesundheitsministerium gefördert. Das Institut für Allgemeinmedizin (Prof. Dr. med. Antonius Schneider) ist für dieses Projekt verantwortlich, und TUM MEC unterstützt in Sachen Didaktik. Neben der Entwicklung neuer didaktischer Konzepte für die an diesem Programm teilnehmenden Studierenden (z.B. eine Verbindung zwischen praktischem Lernen, Seminar- und Simulationsausbildung und der Nutzung eines Portfolios) finden auch Schulungen für Allgemeinmediziner im Bereich Ausbildung und Mentoring statt.

Weitere Informationen zum Ablauf finden Sie auf der Webseite der Allgemeinmedizin.