Forschungsschwerpunkte

Die Forscher*innen am Lehrstuhl für Medizindidaktik, medizinische Lehrentwicklung und Bildungsforschung widmen sich der Analyse professionsbezogener Lern- und Entwicklungsprozesse im medizinischen Kontext sowie deren Rahmenbedingungen. Dabei nutzen wir sowohl qualitative als auch quantitative Forschungsmethoden und integrieren Ansätze aus verschiedenen Referenzdisziplinen, v.a. aus der Erziehungswissenschaft und der Soziologie. Zentrale Zielsetzungen unserer Forschung sind ein tieferes, empirisch fundiertes Verständnis medizinischer Professionalität und Professionalisierung zu erlangen sowie Maßnahmen zur Förderung medizinischer Professionalität zu entwickeln und deren Wirksamkeit und Wirkungsweisen zu überprüfen.

Dabei setzen wir die folgenden Schwerpunkte:  

Bereich I: Ärztliche Kompetenzen und deren Entwicklung / Förderung

Ärztinnen und Ärzte begegnen vielfältigen, komplexen Anforderungen in ihrem Berufsalltag, die sich gleichzeitig stetig ändern und weiterentwickeln. Daher ist eine zunehmend wichtige Aufgabe des Medizinstudiums – neben der Vermittlung von Grundlagenwissen – die gezielte Förderung von Kompetenzen, die Ärztinnen und Ärzte benötigen, um die an sie gerichteten Erwartungen im Arbeitsalltag zu bewältigen. Wir untersuchen auf welche Art und Weise sich diese Kompetenzen möglichst effektiv fördern lassen – z.B. durch simulationsbasiertes oder digitales Lernen.

Bereich II: Kommunikation als ärztliche Aufgabe, kommunikative Kompetenz

Kommunikation mit Patientinnen und Patienten ist für viele Ärztinnen und Ärzte die häufigste Aufgabe in ihrem Berufsalltag. Daher entwickeln und beforschen wir klassische und innovative didaktische Ansätze um ärztliche kommunikativen Kompetenzen schon während des Studiums gezielt zu fördern – z.B. digitales Lernen mit Videos, Reflexionsbasierte Lehr-Lernsettings oder auch Interaktion mit realen Patientinnen und Patienten im Rahmen der Lehre.

Bereich III: Medizinische Lehrkultur, Haltungen und Motive von Dozierenden

Medizinerinnen und Mediziner sind in vielfältigen Zusammenhängen auch als Dozierende tätig – an der TU München vor allem im Rahmen des klinischen Abschnitts des Medizinstudiums. Als einen Ansatzpunkt um medizinische Lehre weiterzuentwickeln führen wir wissenschaftliche Forschung zu Haltungen, Motiven und Praktiken von Lehrenden im medizinischen Kontext durch.

Bereich IV: Medizinische Bildungsbiographien, Identitätsbildung und Grenzsituationen

Die Forscher*innen am Lehrstuhl beschäftigen sich weiterhin mit medizinischen Bildungsbiographien im Kontext der professionellen Identitätsentwicklung von Ärztinnen und Ärzten. Dabei steht die Entwicklung von Rollen und Haltungen im Laufe der ärztlichen Sozialisierung im Vordergrund. Außerdem untersuchen wir den Umgang von Ärztinnen und Ärzten mit dem Erleben von Grenzsituationen, Zweifeln, Unsicherheit, Verantwortung, sowie von Leiden, Sterben und Tod.